Historie

Wo kommen wir her?

Eine Gemeinde im Spannungsfeld von Migration und Integration.

Es waren die preußischen Beamten (Grenzaufseher, Gendarmen, Post-, Zoll- und Steuerbeamte), die am äußersten Zipfel der preußischen Lande nach 1815 wieder ein evangelisches Gemeindeleben im katholisch geprägten Rheine ermöglichten, nachdem die letzten Evangelischen im Jahre 1625 Rheine, auf dem Herrschaftsgebiet der Fürstbischöfe von Münster, verlassen mussten.

Ihnen folgten auf der rechten Emsseite die holländischen Textilarbeiter, die am Anfang des neuen Jahrhunderts durch den Aufschwung der Textilindustrie Arbeitsstätten und eine neue Heimat fanden. 1908 wurde die Johanneskirche gebaut (das Foto zeigt die Postkarte zur Einweihung im Jahr 1908). Die am 1. Dezember 1924 beurkundete Abpfarrung der Gemeinde, "Eschendorf rechts der Ems"  ermöglichte die selbstständige Organisation der eigenen Belange. Doch das Gefühl, von der benachteiligten Seite der Ems zu sein, blieb bis in die Gegenwart erhalten. Eine Vergrößerung der Gemeindezahl brachte die Ansiedlung der Heimatvertriebenen nach dem II. Weltkrieg mit sich. Für die in großer Zahl eingewanderten Russlanddeutschen nach 1990 haben Glaubens- und Konfirmationskurse stattgefunden. Durch diese mehrere aufeinanderfolgenden Migrationswellen war es schwer, eine gemeinsame Tradition zu entwickeln. Die Gemeinde enthält daher ein Mix aus disparaten Identitäten. Gelingende Integration ist eine bleibende Aufgabe unserer Gemeinde.

Im Jahr 2015 wurde das neue Gemeindehaus direkt an der Johanneskirche in der Sternstraße fertiggestellt. Dadurch wird die gemeindliche Präsenz an einem Ort und in direkter Nähe zur Kirche konzentriert. Das Haus ist als offenes Haus konzipiert und lädt zur Begegnung mit der Kirche und dem Evangelium ein.