Verabschiedung Pfarrer Andreas Groll

Mo
27
Sept
2021

Der Skipper geht von Bord: Nach 14 Jahren als Pfarrer in unserer Gemeinde geht Andreas Groll Ende September  in den Ruhestand. Familie, Gemeinde und Weggefährten nahmen am Sonntag, 26. September, mit einem Festgottesdienst und einem Empfang im Gemeindehaus Abschied – trotz coronabedingter Einschränkungen war es ein festlicher, würdiger und emotionaler Rahmen für diesen ganz besonderen Tag.
 


„Dieser Pfarrer zieht alle Register“ hatte die Münsterländische Volkszeitung  zur Einführung von Andreas Groll in der Johannesgemeinde am 9. September 2007 getitelt. Eine Anspielung auf das „Doppelleben“ Grolls, der bekanntlich Pfarrer und Kirchenmusiker ist. Die Liebe zur Musik hat seinen  Dienst in der Johannesgemeinde stets mitgeprägt. Da wunderte es kaum, dass Groll ein Pauluswort ins Zentrum seines Abschieds rückte, das ihm zum persönlichen Fixpunkt des Glaubens geworden ist und sich auch musikalisch mit der Cantate von Dietrich Buxtehude höchst eindrucksvoll  umsetzen ließ: „Nichts soll uns scheiden von der Liebe Gottes“ (nach Röm 8,39). Das Zusammenspiel von Musik, im Gottesdienst dargeboten vom  Singkreis und Posaunenchor der Johannesgemeinde sowie Grolls langjährigen musikalischen Weggefährten des Nordwestdeutschen Kammerensembles, und der Auslegung des Bibelworts in Grolls finaler Predigt als Gemeindepfarrer unterstreicht die Haltung, die sich durch sein gesamtes Berufsleben  gezogen hat: „Auch Kirchenmusik kann helfen, zu predigen. Sie bringt die guten Worte ins Gefühl und hilft so, sie ins Leben zu bringen.“

Dass man Andreas Groll allerdings Unrecht täte, wollte man ihn immer nur auf den Musiker im Talar reduzieren, zeigen seine Verdienste im Kirchenkreis Tecklenburg, die Superintendent André Ost in seiner Ansprache vor der Entpflichtung des langjährigen Amtsbruders  in Erinnerung rief. Dazu gehören die Jahre in Ledde, wo Groll vor 20 Jahren seinen Dienst im Kirchenkreis begonnen und viele wichtige Veränderungen mitangestoßen habe, vor allem aber die nun über 14 Jahre währende Amtszeit in Rheine-Johannes, wo er als Pfarrer „einige Pflöcke gesetzt und gute Spuren hinterlassen“ habe, so Ost. Neben Höhepunkten wie der Entwicklung einer neuen Gemeindekonzeption, dem Jubiläum „1oo Jahre Johanneskirche“ und dem Neubau des Gemeindehauses  gehörten dazu auch Tiefpunkte wie die schwierige Zeit nach dem plötzlichen Tod von Pfarrer Harald Klammann im Februar 2015. „Haralds Tod hat die Gemeinde durchgeschüttelt“, so Ost, „Du hast das Gemeindeschiff durch schwere See gesteuert.“

BildbeschreibungEntpflichtung durch Sup. A. Ost
BildbeschreibungPfr. Groll und der Singkreis

Beim anschließenden Empfang blickte Klaus Zimmzick stellvertretend für die Johannesgemeinde auf Grolls Amtszeit zurück und würdigte ihn für seine stets ausgleichende, gelassene Art, mit der er Herausforderungen zu meistern wusste – sei es die aufreibende Probenarbeit zur unvergessenen „Messias“-Aufführung zum Kirchenjubiläum 2008, seien es kleine Krisen wie ein liegen gebliebener Gemeindebulli nach einem Probenwochenende auf Langeoog.  Dass Andreas Groll aber auch über die Gemeindegrenzen hinaus hohes Ansehen genießt, machten die weiteren Grußworte deutlich. So würdigte Rheines Bürgermeister Dr. Peter Lüttmann die gute Zusammenarbeit mit der Stadt und Grolls Beiträge zum kulturellen Leben in Rheine. Jan Kröger, Pfarrer der katholischen Nachbargemeinde St. Antonius, würdigte Grolls Engagement für die Ökumene in Rheine und gab der Hoffnung Ausdruck, dass dieser gemeinsame Weg fortgesetzt werden möge. Für die evangelische Nachbargemeinde Rheine-Jakobi stellte Pfarrer Jürgen Rick dem scheidenden Amtsbruder ein tadelloses Zeugnis aus: „Du warst immer kollegial, immer den Menschen zugewandt und dabei immer besonnen und freundlich“.

Text und Fotos: Kay Müller

<< Zurück


top