Ablauf der Andacht am 22. Mai 2020

Glockengeläut der Johanneskirche (für alle, die es «live» nicht hören können)

Edeltrud Marx, St. Antonius: 2. Abend

"Ich bin das Brot"

Wir wollen unseren Gottesdienst beginnen

im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen. 

 

Gott will gebeten werden. So wie die Jünger zwischen Himmelfahrt und Pfingsten im Gebet versammelt waren, so wollen wir in diesen Tagen der Pfingstnovene Gott um seinen Beistand bitten. Das Thema des heutigen Abends ist das Jesuswort: „Ich bin das Brot des Lebens.“ 

 

Gebet:

Wenn uns die Kräfte verlassen

         Sei Du die Kraft, Heiliger Geist.

Wenn uns Krankheit schwächt

         Sei Du die Heilung, Heiliger Geist.

Wenn uns Fragen plagen

         Sei Du die Antwort, Heiliger Geist.

Wenn uns Sorgen quälen

         Sei Du die Zuversicht, Heiliger Geist.

Wenn alles hoffnungslos erscheint

         Sei Du ein neuer Anfang, Heiliger Geist

Wenn der Tod naht

         Sei Du das Leben, Heiliger Geist 

 

Lied: Komm, Heil´ger Geist (GL 788)

 

Fragen:

Wer ist dieser Jesus von Nazareth? Prophet, Wunderheiler, Revolutionär, guter Mensch, Sohn Gottes, Spinner?

Fragen, die die Menschen heute, wie zurzeit Jesu, beschäftigen.

In dieser Pfingstnovene steht jeweils eine Selbstaussage Jesu aus dem Johannesevangelium im Mittelpunkt.

Heute sagt uns Christus: „Ich bin das Brot.“

Foto: Pixabay

Das Brot des Lebens 

Wir ehren das Brot, weil es köstlich ist. 

Wir ehren das Brot, weil es unser Leben stärkt. 

Wir ehren das Brot, weil es Leben erhält.  

Wir ehren das Brot wegen des Hungers der Hungernden.  

Wir ehren das Brot, weil der Hunger von Millionen das Brot heilig macht. 

Wir ehren das Brot, weil wir es teilen können, 

weil es uns zu Brüdern und Schwestern macht,  

wenn wir es teilen und gemeinsam essen.    

Wir ehren das Brot, weil es uns erinnert an einen,  

der selbst Brot war und immer noch Brot ist für den Hunger der Menschen:

Jesus, das Brot der Welt.

Auch wir können Brot sein, von dem andere leben

 

Lied: Du bist das Brot (GL 748)

Du bist das Brot, das den Hunger stillt, du bist der Wein, der die Krüge füllt. Du bist das Leben, du bist das Leben, du bist das Leben Gott.

 

Lesung aus dem Johannesevangelium Joh 6, 25 – 35

Das Brot des Lebens

25 Als sie Jesus auf der anderen Seite des Sees gefunden hatten, fragten sie ihn: »Rabbi, wann bist du denn hierhergekommen?« 26 Jesus antwortete ihnen: »Ich weiß, weshalb ihr mich sucht: doch nur, weil ihr von mir Brot bekommen habt und satt geworden seid; nicht, weil ihr verstanden hättet, was diese Wunder bedeuten! 27 Bemüht euch doch nicht nur um das vergängliche Brot, das ihr zum täglichen Leben braucht! Setzt alles dafür ein, die Nahrung zu bekommen, die bis ins ewige Leben reicht. Diese wird der Menschensohn euch geben. Denn Gott, der Vater, hat ihn als seinen Gesandten bestätigt und ihm die Macht dazu verliehen.« 28 Da fragten sie ihn: »Was sollen wir tun, um Gottes Willen zu erfüllen?« 29 Er erwiderte: »Nur eins erwartet Gott von euch: Ihr sollt an den glauben, den er gesandt hat.« 30 »Wenn wir an dich glauben sollen«, wandten sie ein, »musst du uns schon beweisen, dass du im Auftrag Gottes handelst! Kannst du nicht ein Wunder tun? Vielleicht so eines wie damals, 31 als unsere Vorfahren in der Wüste jeden Tag Manna aßen? Es heißt doch in der Heiligen Schrift: ›Er gab ihnen Brot vom Himmel.« 32 Jesus entgegnete: »Ich versichere euch: Nicht Mose gab euch das Brot vom Himmel! Das wahre Brot vom Himmel gibt euch jetzt mein Vater. 33 Und nur dieses Brot, das vom Himmel herabkommt, schenkt den Menschen das Leben.« 34 »Herr, gib uns jeden Tag dieses Brot!«, baten sie ihn. 35 »Ich bin das Brot des Lebens«, sagte Jesus zu ihnen. »Wer zu mir kommt, wird niemals wieder hungrig sein, und wer an mich glaubt, wird nie wieder Durst haben.

 

Fürbitten: Komm, heiliger Geist!

Wir beten für die Menschen, die nach Leben hungern, dass sie dich, den Urgrund des Lebens erfahren. Komm, heiliger Geist.

Wir beten für die Menschen, denen es am Lebensnotwendigsten fehlt. Komm, heiliger Geist.

Wir beten für die Menschen, die so satt sind, dass sie nur noch Verachtung ausstrahlen. Komm, heiliger Geist.

Wir beten für die Menschen, die anderen beistehen, dass sie ihre eigenen Grenzen erkennen. Komm, heiliger Geist.

 

Gebet: 

Herr Jesus Christus,

Du hast gesagt: „Ich bin das Brot des Lebens.

Wer dieses Brot isst, wird leben in Ewigkeit.“

Wir danken dir für diese Verheißung und dieses Geschenk.

Wir brauchen dich so notwendig auf dem Weg durch die Zeit,

vor allem, wenn wir müde werden und schwach.

Sei du das Brot, das uns aufrichtet und stärkt,

das Brot als Unterpfand des ewigen Lebens. 

Als die Menschen hungerten, hast du aber auch gesagt:

„Gebt ihr ihnen zu essen!“

Lass uns keinen Hungernden übersehen,

keinen, der unser Wort, unser Zuhören, unsere Liebe braucht.

Lass uns lieben, wie du uns geliebt hast. Amen.

 

Vater unser

 

Lied: Wenn das Brot, das wir teilen als Rose blüht (GL 470/EG 667)

Wenn das Brot, das wir teilen als Rose blüht

und das Wort, das wir sprechen als Lied erklingt,

dann hat Gott unter uns schon sein Haus gebaut,

dann wohnt er schon in unserer Welt.

Ja, dann schauen wir heut´ schon sein Angesicht

in der Liebe die alles umfängt, in der Liebe, die alles umfängt.

 

Segenswunsch:

Christus sei mit mir, Christus sei vor mir,

Christus sei hinter mir, Christus sei in mir,

Christus sei unter mir, Christus sei über mir,

Christus sei mir zur Rechten,

Christus sei mir zur Linken.

Ob ich liege, sitze oder stehe, 

sei du, Christus, mein Leben und mein Heil.

Und so segne uns der allmächtige Gott, der Vater, der Sohn und der Heilige Geist.     Amen.