Hier stellen wir regelmäßig Impulse, Videos, PodCasts, Bilder und Texte ein, die vor allem eines sein wollen: "Mutzeichen" in ungewisser Zeit. Mögen sie in der Corona-Krise das Vertrauen in Gott stärken und Zuversicht schenken.

5. Zeichen der Endzeit?

© Text: Dirk Schinkel, © Musik im Audio: Julius Schinkel, außerdem gestaltet mit Gemafreie-Musik-Online.de und der gemeinnützigen Webseite www.audiyou.de

Es gab und gibt sie: Filme über den Weltuntergang. Mal ist alles überschwemmt, mal vom Erdbeben erschüttert oder verbrannt. Mal ist eine Großstadt im Eis erstarrt, niemand zu sehen außer einer kleinen Schar unerschrockener Männer, die „nur noch kurz die Welt retten“ müssen. [Foto: Pixabay Ria Sopala]

Es gibt auch andere Filme über den Weltuntergang, weniger reißerisch, weniger effektvoll, aber dafür leider echter. Klimakatastrophe durch Ozonlöcher in der Atmosphäre, schmelzende Polkappen, das Waldsterben, radikal beschleunigt durch die drei Hitzesommer, was aber niemanden mehr so aufrüttelt wie noch Anfang der 1980er Jahre.

Szenenwechsel: Die zwanziger Jahre beginnen mit einer Pandemie (heute weiß jedes Kind, was das ist). „Es war ein anderer Sommer, es bleibt ein anderes Jahr“ – so heißt es im Lied von „Silbermond“. Wie deuten wir die weltweite Krise? Ist Corona ein Zeichen? Vielleicht sogar für die Endzeit? Die Jünger fragen Jesus einmal: „Und was wird das Zeichen sein für dein Kommen und für das Ende der Welt?“ Ihnen antwortet Jesus in Matthäus 24: „Dann werden viele abfallen und werden sich untereinander verraten und hassen. Und es werden sich viele falsche Propheten erheben und werden viele verführen. Und weil die Ungerechtigkeit überhandnehmen wird, wird die Liebe in vielen erkalten. Wer aber beharrt bis ans Ende, der wird selig werden. Und es wird gepredigt werden dies Evangelium vom Reich in der ganzen Welt zum Zeugnis für alle Völker.“

Solch ein Text in der Adventszeit! Immerhin ist es einer der Predigttexte im Advent – schon immer. Das hat also nichts mit Corona zu tun. Aber manches in diesem Text erkenne ich schon in der aktuellen Lage: Die falschen Propheten – das erinnert mich an die Weltverschwörer, Verharmloser und Leugner. Oder: die Ungerechtigkeit, die überhandnehmen wird. Dabei denke ich an die Diktaturen, in denen die Menschen unterdrückt werden und die Corona noch viel härter trifft, weil sich niemand wirklich um Schutz bemüht. Oder die Liebe, die erkalten wird – dabei muss ich auch an die Menschen denken, die ihre Angehörigen nicht sehen können, Alte, Kranke, ja Sterbende, die im Krankenhaus oder Altenheim nicht besucht werden dürfen. Da bricht vieles ab, da herrscht Alleinsein, da ist es kalt. Die Zeichen, die hier vorkommen, sind schon heftig und fordern uns heraus. Was sollen wir glauben? Auf jeden Fall eines nicht: Dass Gott seine Welt untergehen lässt. Im Gegenteil: Mit der Adventszeit ist uns ein großes Hoffnungszeichen gegeben, ein neues Kapitel wird aufgeschlagen: Gott wird kommen, wird Mensch werden, und wird die Welt verändern und retten. Daran möchte ich glauben, daran möchte ich meine Hoffnung halten – auch und gerade jetzt in der Krise.  

Das Lied von Silbermond Es war ein anderer Sommer hier als Youtube-Link:

4. Wunder-Zeichen

Ein ganz bekanntes Wunder, das Jesus vollbringt, geschieht auf einer Hochzeitsfeier in der Stadt Kana. Im Johannesevangelium in Kapitel 2 lässt Jesus Wasser zu Wein werden. Die Wunder, die von Jesus überliefert sind, werden als „Zeichen“ gedeutet. Das macht schon der Evangelist Johannes, wenn er nach dem Weinwunder schreibt: „Das ist das erste Zeichen, das Jesus tat, geschehen in Kana in Galiläa und er offenbarte seine Herrlichkeit. Und seine Jünger glaubten an ihn.“ (Joh 2, 11). Nur das will Jesus. Er will nichts beweisen, nicht den ewigen Fragen und Drängeleien der Pharisäer, die später Zeichen von ihm fordern, nachgeben. Und: Die Zeichen und Wunder, die Jesus tat, sind alles andere als Effekthascherei. Sie schaffen auch keine neue Welt, dafür sind sie viel zu punktuell. Ein paar Krüge Wein auf einer Hochzeitsfeier lösen ja nicht die Probleme der Welt. Die Zeichen, die Jesus tut, zeigen aber an, was Gott mit der Welt vorhat. Sie beweisen nichts, sie sind so etwas wie Hinweise, ja, wenn man so will, eine Einladung, sich auf Gott und seinen Plan einzulassen und letztlich an ihn zu glauben und ihm zu vertrauen. Die Zeichen der Bibel sind Hinweise auf eine Welt, in der nichts so bleiben muss, wie es ist. Für diese radikale Veränderung steht Jesus, der z.B. sagt: „Die Letzten werden die Ersten und die Ersten die Letzten sein“ (Mt 20, 16). Wenn er also Wasser zu Wein machen kann, damit das große Fest der Hochzeit zu Kana noch eine Weile weitergehen kann, dann deutet das auch darauf hin, dass Jesus eigentlich noch viel mehr machen kann. Er hat die Macht und die Kraft, die ihm Gott gegeben hat, auch in ganz andere Zusammenhänge einzugreifen und sie zu verändern. Deshalb übrigens beten wir. Wir beten, weil wir darauf hoffen und vertrauen, dass Jesus Macht hat, Veränderungen herbeizuführen. Wenn das keine Hoffnung ist! Haben wir den Mut zum Gebet – es wird uns frei machen und helfen auch und gerade in krisenhafter Zeit. [Foto: Pixabay]

 

Von den Wundern und Zeichen, die Jesus tat, singt das folgende Lied So bist nur du  (gesungen von Johannes Falk, dt. Text von Albert Frey und Arne Kopfermann) vom Album Feiert Jesus 17.

3. Zeichen kann man nicht fordern!

© Text: Dirk Schinkel, © Musik im Audio: Julius Schinkel

Die Geschichte von Jesus ist auch immer eine Geschichte der Auseinandersetzung mit den religiösen Autoritäten, namentlich den Pharisäern und Schriftgelehrten. Sie fordern Jesus heraus, stellen Fangfragen und möchten ihn als Gesetzesbrecher überführen. In Matthäus 16, 1-4 heißt es: „Da traten die Pharisäer und Sadduzäer zu ihm. Sie versuchten ihn und forderten ihn auf, sie ein Zeichen vom Himmel sehen zu lassen.“ Das hätten sie gern: Jesus soll etwas tun, damit sie seine von ihm behauptete göttliche Herkunft bewiesen bekommen. Ein Zeichen soll her. „Mach doch etwas, Jesus, damit wir sehen!“ Doch Jesus lässt sich nicht herausfordern. Er bleibt regelrecht cool und entgegnet: „Am Abend sagt ihr: Es wird ein schöner Tag werden, denn der Himmel ist rot. Und am Morgen sagt ihr: Es wird heute ein Unwetter kommen, denn der Himmel ist rot und trübe. Über das Aussehen des Himmels könnt ihr urteilen; könnt ihr dann nicht auch über die Zeichen der Zeit urteilen?“ Das ist typisch Jesus. Er bleibt ganz im Alltäglichen und erklärt mit klaren und leicht verständlichen Worten. Das, was er sagt, klingt fast wie die bekannte Bauernregel: „Abendrot – Schönwetterbrot, Morgenrot – mit Regen droht“. Jesus entlarvt damit die „Dummspiele“ der Pharisäer. Zeichen kann man nicht fordern wie einen Kartentrick vom Zauberer, sondern die Zeichen sind da. Man muss nur lernen, sie zu deuten. Und dann lässt Jesus die Pharisäer einfach stehen: „Ein böses und abtrünniges Geschlecht fordert ein Zeichen, doch soll ihm kein Zeichen gegeben werden, es sei denn das Zeichen des Jona.“

Mehr sagt er nicht mehr, den Rest müssen sie sich selbst erklären. Was aber meint Jesus mit dem „Zeichen des Jona“? Jona war doch der Prophet, der nach Ninive gehen sollte und dann vor Gott floh und sich hinterher im Bauch eines großen Fisches wiederfand. Und genau damit hat das Zeichen zu tun: „Wie Jona drei Tage und Nächte im Bauch des Fisches war, so wird auch der Menschensohn drei Tage und Nächte bis zur Auferstehung im Schoß der Erde sein“ (Matthäus 12, 39-40). Und so wird dieses Zeichen ein Hoffnungszeichen. Auf Dunkelheit folgt wieder Licht. Auf Tod folgt wieder Leben. Die Auferstehung ist das große Hoffnungszeichen gegen den Tod. Und davon gerade am Volkstrauertag zu hören, kann Trost und neuen Mut schenken. 

 

Das folgende Lied ist ein echtes Hoffnungslied auf bessere Zeiten: Ich sammle Farben für den Winter von Role Kalkbrenner und Jonathan Böttcher gesungen. Es singt von Erinnerungen und davon, wie man die Welt bunt bekommt, wenn sie längst schon grau geworden ist. Ein Lied gegen Novemberstimmung...

 

2. Die Zeichen der Zeit erkennen...

© Text/Logo: Dirk Schinkel, © Musik im Audio: Julius Schinkel

An Bäumen erkennt man die Jahreszeiten. Der kahle Feigenbaum ist das Wintersymbol in Israel. So sind Jahreszeiten immer auch Zeichen: Der Herbst ein Zeichen für Vergänglichkeit, aber auch für die Schönheit der Natur, wenn man die leuchtenden Farben sieht, der Frühling klar ein Zeichen des Neuanfangs und der Hoffnung. Es gilt, die Zeichen zu erkennen und zu deuten. Hören wir ins Markusevangelium, Kap. 13:

An dem Feigenbaum aber lernt ein Gleichnis: Wenn jetzt seine Zweige saftig werden und Blätter treiben, so wisst ihr, dass der Sommer nahe ist. Ebenso auch: wenn ihr seht, dass dies geschieht, so wisst, dass er nahe vor der Tür ist. Wahrlich, ich sage euch: Dieses Geschlecht wird nicht vergehen, bis dies alles geschieht. Himmel und Erde werden vergehen; meine Worte aber werden nicht vergehen.

Es passt in diese Jahreszeit. Das Vergehen. Das Kirchenjahr mit Volkstrauertag, Buß- und Bettag und Ewigkeitssonntag läuft seinem Ende entgegen, und wir hören in den Gottesdiensten vom Innehalten, Erinnern, von Sterben und Vergehen. „Himmel und Erde“ werden vergehen – diese Erkenntnis ist uns allen klar: diese Welt ist endlich. Die meisten Ressourcen sind erschöpfbar, das Klima kann sich rasch zu einem lebensfeindlichen entwickeln. Das Artensterben hat rasant an Fahrt aufgenommen, Gletscher schmelzen, die Ver-„Wüstung“ unseres Planeten nimmt zu. Auch wenn wir das wissen, so leben wir so, als wüssten wir es nicht.

Und darum brauchen wir Zeichen, also Signale oder Hinweise, die uns aufrütteln. Viele solcher Zeichen gab es schon – auch bei uns: Überflutungen, heiße Sommer und leere Talsperren. Erkennen wir doch endlich solche Signale und steuern wir um!

Das ist die erste Botschaft, die ich in diesem Zeichentext höre. Mit der zweiten Botschaft will Jesus Hoffnung stiften: Wenn auch alles endlich ist, Himmel und Erde vergehen werden, so sagt Jesus: „meine Worte aber werden nicht vergehen“. Das heißt doch: Es gibt etwas, das bleibt, das ewig ist, sich nicht irgendwann auflöst. Und das ist Gottes Wort, das sind seine Zusagen und Verheißungen. Auch um die geht es am Ende des Kirchenjahres, z.B. diese „wer an mich glaubt, der wird leben, auch wenn er stirbt“, so Jesus in Johannes 11 Vers 25. Und für diese Verheißungen und Zusagen gibt es jede Menge Zeichen. In dem Gleichnis ist es der Feigenbaum, der Blätter treibt. Für uns sind es bald in der Adventszeit auf jeden Fall wieder viele Lichter, aber auch der Barbarazweig, den viele Menschen ab dem 4. Dezember zu Hause haben und seine Blüte zu Heiligabend erwarten.

Ein Text, zwei Botschaften also: Umdenken und Hoffen. Darauf weist uns dieses Zeichen Mut-Zeichen aus der Bibel hin und kann uns auch in der Krise Mut und Zuversicht geben. Umdenken und die Infektionszuwächse bekämpfen, aber auch gleichzeitig die Hoffnung wirken lassen, dass wir mit Gottes Hilfe durch diese Situation hindurchkommen werden.

Foto: Barbarazweig [Wikimedia Commons/KarlGruber]

Sefora Nelson singt in folgendem Video ein Hoffnungslied: Lege deine Sorgen nieder.

 

1. Gott setzt Zeichen

© Text/Logo: Dirk Schinkel, © Musik im Audio: Julius Schinkel

In der Bibel kommen immer wieder Zeichen vor, mit denen Gott den Menschen etwas sagen oder zeigen will. Eines der ersten Zeichen kommt im 1. Buch Mose vor, im 8. und 9. Kapitel. Nach der großen Sintflut, in der Noah, seine Familie und die Tiere der Welt gerettet wurden, heißt es in Kap. 8:

Gott spricht: Ich will hinfort nicht mehr die Erde verfluchen um der Menschen willen [...] Und ich will hinfort nicht mehr schlagen alles, was da lebt, wie ich getan habe. Solange die Erde steht, soll nicht aufhören Saat und Ernte, Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht.

Gott verspricht hier etwas. Nie wieder soll die Erde wegen der Menschen so verflucht werden wie in der Sintflut. Im Gegenteil: Gott verheißt Leben, denn dafür stehen Saat und Ernte, Frost und Hitze, also die Jahreszeiten und die Vegetationskreisläufe.

Und Gott sprach: Das ist das Zeichen des Bundes, den ich geschlossen habe zwischen mir und euch und allem lebendigen Getier bei euch auf ewig: Meinen Bogen habe ich gesetzt in die Wolken; der soll das Zeichen sein des Bundes zwischen mir und der Erde.

So geht der Text in Kapitel 9 weiter. Gott verspricht hier nicht nur etwas, sondern er setzt regelrecht ein Zeichen: den Regenbogen am Himmel. Eigentlich natürlich ein physikalisch erklärbares Phänomen. Wenn auf Regen Sonne folgt, dann ist er am Himmel zu sehen: der Regenbogen in seinen schönen Farben. Aber trotz aller Erklärbarkeit ist er ein Zeichen. Denn Zeichen können Hinweise sein auf etwas Höheres oder Fernes, das zeitlich oder räumlich weit weg ist. Der Regenbogen erinnert an Gottes Versprechen, das er Noah gegeben hat: Die Erde soll nie wieder verflucht werden. Und das gilt auch heute. Corona ist kein Fluch und keine Strafe, sondern eine Herausforderung, ja auch eine große Gefahr, aber etwas, das wir überwinden können und werden durch Vernunft und Vorsicht und - da bin ich sicher - mit Gottes Hilfe.

Regenbogen über Rheine (Foto: Birgit Schinkel)

Hier kann man ein Video sehen und ein "Mut-Lied" hören: Bis du wieder tanzt (von Andreas Volz, Feiert Jesus 21):


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