Impulse zum Nachlesen

Hier stellen wir regelmäßig kurze geistliche Impulse ein, die zum persönlichen Nachlesen gedacht sind. Als Podcast können sie auch angehört werden.

Impuls 15.03.2020 2. Tim 1, 7 (Pfr. Schinkel) pdf

Impuls 22.03.2020 Jes 66, 13 (Pfr. Groll) pdf

Impuls 29.03.2020 Röm 12, 12 (Pfr. Schwager) pdf

Impuls 05.04.2020 Pfr. Schinkel Psalm 91 pdf

Impuls 10.04.2020 (Karfreitag) Pfr. Groll Mk 15, 17+34 pdf

Impuls 12.04.2020 (Ostern) Pfr. Schwager pdf

Impuls 19.04.2020 (1. So n. Ostern) Pfr. Schinkel pdf

Impuls 26.04.2020 (2. So n. Ostern) Pfr. Groll pdf

Impuls 02.05.2020 (Jubilate) Pfr. Schwager pdf

Impuls 10.05.2020 (Kantate) Pfr, Groll pdf

Impuls 17.05.2020 (Rogate) Pfr. Schinkel pdf

Aktueller Impuls  zu Apg 1, 7-11 / 24.05.2020 (Pfr. Schwager)

Viele Feiertage gibt es zurzeit. Diese Kirchenjahreszeit ist eine sehr geprägte Zeit wie schon der Weihnachtsfestkreis. Nun der Osterfestkreis. Die Osterzeit geht von der Osternacht über Christi Himmelfahrt bis Pfingsten. Viele Ereignisse gibt die biblische Überlieferung wider, die von der Auferstehung Christi von den Toten erzählt, von seinen Erscheinungen im Jüngerkreis und vor anderen, von seiner Aufnahme in den Himmel („Himmelfahrt“) und dann vom Kommen des Heiligen Geistes zu den Menschen an Pfingsten.

Es ist eine Zeit im Leben Jesu Christi zwischen Himmel und Erde, zwischen dem Leben hier auf Erden und dem, das da noch kommt. Wohlgemerkt: Jesus ist jetzt der, der den Tod überwunden hat. Er ist von Gott auferweckt worden von den Toten. Darum gehört er auch nicht mehr in dieses Leben auf der Erde, so wie wir es kennen. Er gehört jetzt ganz und gar zu Gott, in den Himmel. Davon erzählt die Bibellesung am Himmelfahrtstag aus der Apostelgeschichte (vgl. Kap. 1, 7 – 12).

Doch wo ist „der“ Himmel?

Sind es die blauen unendlichen Weiten über uns oder die scheinbar zeitlosen Sekunden, in denen wir glücklich sind? „Hier ist der Himmel auf Erden“, sagen wir in Momenten, in denen es uns rundum gut geht. Wo ist dann Gott und mit ihm Jesus Christus?

Dass er nicht „da oben“ ist, wissen wir spätestens seitdem Menschen mit Raketen in die Atmosphäre und den Weltraum fliegen können. Die englische Sprache differenziert und kennt zwei Begriffe für den Himmel. „Sky“ steht für den Himmel, der zu sehen ist und wohin die Raketen fliegen. „Heaven“ meint dagegen den Himmel Gottes, den göttlichen Bereich.

Schon die Jünger Jesu hatten Probleme mit dem Himmel, wohin ihr Herr und Meister aufgenommen worden ist, und ihrem Hiersein auf dieser Erde.

„Was steht ihr da und seht zum Himmel?“, werden die Jünger am Himmelfahrtstag gefragt (Apostelgeschichte 1,11). Guckt nicht nach oben, sondern guckt in die Welt: Nicht da, wo der Himmel ist, ist Gott – sondern da, wo Gott ist, ist der Himmel.

Wenn wir Christi Himmelfahrt feiern, erinnern wir an den Abschied Jesu von seinen Jüngern vierzig Tage nach seiner Auferstehung. Er kehrt jetzt zurück zu Gott.

Seit dieser Zeit ist für Christen und Christinnen der Himmel dort, wo Jesus Christus ist. Zwischen Himmel und Erde leben sie und leben wir. „Was steht ihr da und schaut in den Himmel?“ Die Frage an die Jünger gilt auch uns. Nicht da, wo der Himmel ist, ist Gott – sondern da, wo Gott ist, ist der Himmel.

Denn im Hier und Jetzt, in unserer Gegenwart können wir etwas vom Himmel erfahren: in dem Glanz auf den Gesichtern unserer Mitmenschen, in Momenten der Freude und der Liebe, in denen wir eins sind mit Gott und den Menschen.

Der Himmel auf Erden – wird er uns gerade genommen, mit all den Einschränkungen, die die Vorsichtsmaßnamen wegen des Coronavirus mit sich bringen? Hoffen wir nur auf die andere Welt – stehen wir da und schauen in den Himmel über uns oder wissen wir doch etwas von jenem anderen Himmel?

Als Christ kann ich sagen: Ja, mein Blick geht über diese Welt hinaus. Was ich auf Erden erlebe, ist nicht alles. Dazu hat Gott, unser Vater im Himmel, uns seinen guten Geist geschickt. Das feiern wir am kommenden Pfingstfest. Seitdem sind die Jünger und wir mit ihnen mit dieser Kraft begabt. Gott und unser Herr Jesus Christus lassen uns nicht allein. Wir sind mit ihnen verbunden, sie sind bei uns. Darum kann der Himmel schon jetzt auf dieser Erde sein und werden.

Nicht da, wo der Himmel ist, ist Gott – sondern da, wo Gott ist, ist der Himmel.

Das gilt – auch in Coronazeiten. Es bleibt – Gottes guter Geist immer auch mit uns.

Das ist uns verheißen und das glauben wird. Es ist gewiss wahr: Amen.

Einen gesegneten Sonntag und eine gute weitere österliche Freudenzeit wünscht Ihnen – auch im Namen meiner Kollegen Andreas Groll und Dirk Schinkel –

Ihr Pastor Erich Schwager.