Impulse zum Nachlesen

Hier stellen wir regelmäßig kurze geistliche Impulse ein, die zum persönlichen Nachlesen gedacht sind. Als Podcast können sie auch angehört werden.

Impuls 17.03.2020 Pfr. Schinkel 2 Tim 1, 7 pdf

Impuls 22.03.2020 Pfr. Groll Jes 66, 13 pdf

Aktueller Impuls zu Römer 12, 12 (Pfr. Schwager), 29.03.2020

Liebe Mitchristen in der Johannesgemeinde!

Alles ist so anders geworden in diesen Tagen und Wochen. Noch nie dagewesen, eine solche Epidemie, zumindest nicht in jüngerer Zeit, nicht in unserem Land. Inzwischen eine Pandemie und die Begriffe Coronavirus oder Covid 19 sind in aller Munde. Wir alle sind davon betroffen.

Was soll ich dazu sagen? Als Pastor möchte ich Trost vermitteln und Zuversicht und zitiere ein Bibelwort aus dem Brief des Apostels Paulus an die Gemeinde in Rom: Seid fröhlich in Hoffnung, beharrlich im Gebet, geduldig in Trübsal. (Römer 12,12)

Ungewohnt ist alles in diesen Tagen, unsicher wie es weitergeht, offen und ungewiss, was noch kommt, niemand weiß wie lange es andauert. Planungen und Pläne werden zunichte: der nächste Urlaub, die kommenden Prüfungen, das anstehende Abitur. Unsicher ist, was aus meiner Arbeitstelle wird, aus meiner beruflichen Existenz oder meinem finanziellen Auskommen. All das und noch viel mehr ist unsicher, ist gefährdet. Was soll ich tun?

Und vielleicht die wichtigste Frage: Werde ich mich anstecken? Komme ich in Quarantäne? Muss ich ins Krankenhaus?

Seid fröhlich in Hoffnung, beharrlich im Gebet, geduldig in Trübsal, sagt Paulus.

Nun mag man einwenden: Der Apostel, oder heute der Pastor, der hat gut reden. Beten, wenn sonst nichts mehr hilft...

Und doch möchte ich Ihnen in dieser Situation genau das zusprechen und dann zurufen: Warum denn nicht – beten?

Die Trübsal, all das was uns nachdenklich und unsicher werden lässt, was uns den Mut nehmen will, das ist da. Da hilft jetzt wirklich nur Vertrauen und Geduld. Ich kann im Moment die Situation selbst nicht ändern. Ich muss abwarten.

Dabei aber voller Hoffnung bleiben. Meine Hoffnung ist auf das Dananach gerichtet. Irgendwann ist die Krise überwunden und es kommen andere Tage und andere Zeiten.

Die Hoffnung kann mich durchaus fröhlich werden lassen, ein klein wenig bestimmt, auch heute schon.

Derweil bin ich nicht zum Nichtstun verurteilt. Auch wenn die persönlichen Kontakte bis auf weiteres ganz eingeschränkt sind. Das Telefon und die neuen, elektronischen Medien ermöglichen dennoch eine Kontaktaufnahme und im Gespräch, in einer Nachricht auch Stärkung und Trost und gegenseitigen Zuspruch.

Ich erlebe eine Zeit der Entschleunigung und merke ganz neu, was wirklich wichtig ist im Leben und was wir wirklich brauchen.

Da ist Zeit für die Menschen, mit denen ich zusammenlebe, wir können in der Familie etwas gemeinsam machen: kochen, spielen, einen Film sehen, draußen in der Natur sein.

Viele Mitmenschen merken auf einmal wirklich, was eine Krankenschwester und ein Pfleger leisten, wie wichtig die Kassiererin im Supermarkt und der Lagerist im Lebensmittelhandel sind. Die Anerkennung und die Wertschätzung werden hoffentlich bleiben.

Insofern beinhaltet auch diese Krise eine Chance.

Für diese Menschen und für mich bete ich um Stärkung und Trost im Glauben, Zuversicht im Herzen und Geduld in diesen Tagen.

Ja, dabei will ich genau das sein und bleiben: Fröhlich in Hoffnung, beharrlich im Gebet, geduldig in Trübsal.

Bleiben Sie das auch und bleiben Sie behütet an jedem Tag und auf all Ihren Wegen.

Das wünscht Ihnen – auch im Namen meiner Kollegen Andreas Groll und Dirk Schinkel – Ihr Pastor Erich Schwager.